Dieser Artikel erklärt den partiellen Stop‑Out, der manchmal auch als Teil-Liquidation bezeichnet wird.
Was ist ein partieller Stop‑Out?
Ein partieller Stop‑Out ist ein automatisierter Risikomanagementprozess, der auftreten kann, wenn Ihre Margin-Nutzung das erlaubte Niveau überschreitet.
Statt eines vollständigen Stop‑Outs, bei dem alle Margin-Positionen geschlossen werden, zielt ein partieller Stop‑Out darauf ab, nur einen Teil Ihrer Positionen zu reduzieren oder zu schliessen, um die Margin-Level wiederherzustellen.
Aus System- und regulatorischer Sicht wird dieser Prozess manchmal als Teil-Liquidation bezeichnet. In der Kundenkommunikation wird er jedoch als partieller Stop‑Out oder teilweise Schliessung von Positionen beschrieben.
Wann kann ein partieller Stop‑Out auftreten?
Ein partieller Stop‑Out kann auftreten, wenn Ihre Margin-Nutzung aus irgendeinem Grund das erlaubte Niveau überschreitet.
In solchen Situationen ist Saxo verpflichtet, das Risiko zu reduzieren, um sowohl den Kunden als auch die Bank zu schützen, entsprechend den vertraglichen Bedingungen und regulatorischen Anforderungen.
Was ist das Ziel eines partiellen Stop‑Outs?
Das Ziel ist:
- Automatisch ausgewählte Positionen zu reduzieren oder zu schliessen, um die Margin-Nutzung auf ein akzeptables Niveau zurückzubringen
- Einen vollständigen Stop‑Out (vollständige Liquidation der Positionen) wenn möglich zu vermeiden
Wie funktioniert der Prozess des partiellen Stop‑Outs?
Werden alle Positionen gleich behandelt?
Nein. Positionen werden in vordefinierten Gruppen bewertet, hauptsächlich basierend auf dem Produkttyp.
Das bedeutet, dass einige Positionen während eines Stop‑Out-Prozesses vor anderen für eine Reduktion oder Schliessung in Betracht gezogen werden können.
Welche Positionen werden zuerst reduziert?
Positionen werden im Allgemeinen in folgender Reihenfolge berücksichtigt:
- OTC-Derivate und Futures, bei denen keine Optionen auf denselben Basiswert bestehen
-
Gelistete Derivate sowie OTC-Derivate und Futures, bei denen Optionen auf denselben Basiswert existieren
- Innerhalb dieser Gruppe werden Positionen mit höheren Margin-Anforderungen priorisiert
- Wertpapiere, für Lombardkreditkonten
Im Allgemeinen werden Positionen in offenen Märkten gegenüber geschlossenen Märkten priorisiert.
Werden Positionen vollständig oder nur teilweise geschlossen?
Je nach Situation:
- können Positionen teilweise reduziert werden, oder
- vollständig geschlossen werden
Dies geschieht stets mit dem Ziel, nur das Nötige zu reduzieren, um die Margin‑Unterschreitung zu beheben und eine Eskalation zu einem vollständigen Stop‑Out (vollständige Liquidation) zu vermeiden.
Können mehrere Produkttypen betroffen sein?
Ja. Falls erforderlich, kann ein partieller Stop‑Out mehr als einen Produkttyp umfassen, darunter:
- OTC-Derivate
- Gelistete Derivate
- Wertpapiere (für Lombardkreditkonten)
Offene und geschlossene Märkte
Gilt ein partieller Stop‑Out nur für offene Märkte?
Offene Märkte werden priorisiert. Ist dies nicht ausreichend, um die Margin-Level wiederherzustellen, können auch Positionen in geschlossenen Märkten berücksichtigt werden.
Was sollten Kunden beachten, wenn geschlossene Märkte betroffen sind?
Wenn Positionen in geschlossenen Märkten in einen Stop‑Out-Prozess einbezogen werden:
- können sich die Preise ändern, bevor der Markt wieder öffnet
- können die Margin-Level nach Ausführung der Aufträge weiterhin unzureichend sein
- können bei Bedarf weitere Positionsreduktionen oder -schliessungen erfolgen, sobald der Markt öffnet
Kann ein partieller Stop‑Out mehrmals auftreten?
Ja. Wenn die Margin-Nutzung nach einer ersten Reduktion weiterhin über dem erlaubten Niveau liegt, können weitere Stop‑Out-Massnahmen folgen, bis die Margin-Anforderungen erfüllt sind oder der Prozess eskaliert.
Eskalation zu einem vollständigen Stop‑Out (vollständige Liquidation)
Ist ein partieller Stop‑Out immer ausreichend?
In vielen Fällen ist ein partieller Stop‑Out ausreichend, um die Margin-Level wiederherzustellen.
Bleibt die Margin-Nutzung jedoch über den erforderlichen Schwellenwerten, kann der Prozess zu einem vollständigen Stop‑Out eskalieren, bei dem die verbleibenden relevanten Positionen geschlossen werden.
Aus technischer und regulatorischer Sicht entspricht diese Eskalation einer vollständigen Liquidation.
Wie wird die Eskalation gehandhabt?
Wenn die Margin-Level innerhalb vordefinierter Grenzen nicht unter systemdefinierte Schwellenwerte gesenkt werden, kann der Stop‑Out-Prozess automatisch eskalieren, um sowohl das Konto als auch die Bank zu schützen, entsprechend den vertraglichen und regulatorischen Anforderungen.